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„Kalter Marathon“ in Mannheim am 15.Mai!!!!
Samstagnachmittag, Startzeit 16:45 h, da sollten eigentlich die Muskeln warm sein um eine sportliche Anstrengung in Angriff zu nehmen, aber selbst in der Rhein-Neckarregion, die sonst doch immer in Punkto Temperaturen klar über den heimischen Bereichen liegt, kämpfte das Thermometer vergeblich gegen die 10 Grad Marke.
Zu allem Überfluss verzögerte sich der Start noch um 20 Minuten, so das mein Motor (eh ein alter Diesel mit erheblicher Laufleistung) diesmal besonders schwer in die Gänge kam.
Als ich dann nach 4 Kilometern auf Betriebstemperartur war, befand ich mich in einer Gruppe von Fahrern, die in den Rennen zuvor deutlich hinter mir platziert waren.
Aber auch diese Athleten hatten gut trainiert, konnten Tempo machen und es ging zügig vorwärts. Ich war gedanklich wieder mit mir im reinen und bis zur Halbmarathonmarke lief es „normal“. Eine Schlüsselstelle beim Mannheimer Marathon auf dem Hin- und Rückweg ist die Kurt Schumacher Brücke über den Rhein in die Nachbarstadt Ludwigshafen.
Ich kenne diese Passagen aus vergangenen Jahren gut, habe da oft gekämpft und gelitten, kam auch diesmal gut den ersten Anstieg hoch, war in der Gruppe an 2.Position, verbockte aber dann die U-Wende bei Km 24 völlig, fiel auf die Seite, ließ mein Bike noch von einem Helfer in Fahrtrichtung heben, aber es war vorbei, mit dem Gruppen fahren die Jungs konnte ich nicht mehr einholen.
„Worstcase“ – Solofahrt auf den letzten 18 Kilometern, da fällt die Motivation brutal in den Keller, und die Arme fühlen sich verdammt schwer an, aber auch das kenne ich und weiß es geht vorbei.
Nach einsamen 10 km sehe ich vor mir dann noch einen verlorenen Biker auftauchen,
Peter Gläse -ein „alter Recke“- ruft mir, als er mich erkennt, ein erleichterndes „Hallo Friedhelm“ zu und auch ich war froh mit seiner moralischen Unterstützung (leistungsmäßig waren wir beide voll am Limit) das Rennen beenden zu können.
Das war es dann mit dem Frühlingsmarathon im gefühlten Winter, noch mal kräftig geflucht, wegen der eigenen Unzulänglichkeit, umziehen ,ab ins Auto, die Sitzheizung auf 4 stellen und nach Hause ins Siegerland fahren, mit dem Vorsatz- schwankend zwischen- nie mehr und nächstes mal besser machen.
Ach, ja meine Kumpels aus dem Team waren auch nicht zu Höchstleistungen an diesem Tag fähig.
Ulli mit dem 4.Platz der B-Klasse in 1:17:15 h lag da noch im Normbereich, während Michael in 1:34:16 h das Ziel erreichte und rätselte, warum es nicht rollte bei diesem kalten Mannheimer Marathon.
von Friedhelm Müller
(Photo Quelle: Arno Becker)